Ich erinnere mich noch gaaanz genau an das erste Mal, als ich einen Guy Ritchie Film gesehen habe. Das war „Snatch“, damals auf einer ausgeliehenen DVD, aus einer Zeit, als wir Filme noch nicht per Knopfdruck streamen konnten. Die Kids von heute werden jetzt sicher verduzt schauen. Aber ja, das war etwas Besonderes: der britische Slang, die eigenwilligen Charaktere, die verrückten Wendungen. Ich war sofort verliebt in diesen Stil. Und seitdem, na ja, ich bin irgendwie ein Guy Ritchie Fan geblieben.
Doch in letzter Zeit bricht es mir fast das Herz, wenn ich sehe, wie seine neuesten Filme alle am Box Office versagen. Nicht etwa, weil die Filme schlecht sind – nein, sie sind unterhaltsam, clever und haben meistens eine tolle Besetzung. „Operation Fortune“, zum Beispiel, mit Jason Statham und Aubrey Plaza. Klar, kein Film, der die Welt verändert. Aber hey, er ist spaßig, genau das Richtige für einen entspannten Kinoabend. Und dann siehst du die Zahlen: Nur drei Millionen Dollar am Startwochenende? Knapp 49 Million weltweit laut Box Office Mojo? WTH? Da läuft doch was falsch.
Vielleicht liegt es an uns, an unserer Art, wie wir heute Filme konsumieren. Ich selbst muss zugeben, dass ich in letzter Zeit auch immer mehr auf Netflix und Co. zurückgreife, statt ins Kino zu gehen. Der Komfort, zu Hause zu bleiben, ist einfach groß. Aber manchmal denke ich, dass wir dadurch auch etwas verlieren. Die Magie, die entsteht, wenn man gemeinsam im Dunkeln sitzt, zusammen lacht, zusammen staunt. Guy Ritchies Filme, finde ich, verdienen genau diese Erfahrung.
Dann kam „The Covenant“ – ein ernsterer Film, diesmal mit Jake Gyllenhaal. Ein starker Film, mit viel Herz. Und was passiert? Wieder nur wenig Publikum. Ich frage mich, ob Guy Ritchie einfach zur falschen Zeit die richtigen Filme macht. Er bleibt seinem Stil treu, auch wenn es gerade nicht der Zeitgeist zu sein scheint. Aber vielleicht ist genau das, was wir brauchen: Filme, die nicht auf den Mainstream-Trend aufspringen, sondern ihre eigene Stimme haben.
Vielleicht müssen wir, die Fans, einfach ein bisschen lauter werden. Also, warum nicht mal wieder ins Kino gehen, vielleicht sogar Freunde mitnehmen? Ich glaube, Guy Ritchie hätte das verdient. Und ganz ehrlich: Wir verdienen diese Filme auch.